Ja, und jetzt ist wirklich der Tag gekommen, wo wir Indien verlassen muessen. Wir sind beide schon sehr traurig darueber, weil wir haetten es noch ein Weilchen laenger aushalten koennen.
Wo sollen wir anfangen, die letzten Tage waren sehr erlebnisreich aber auch anstrengend. Wir packten noch so viel wie moeglich in unsere uebrige Zeit, sodass Schlaf Mangelware war.
Die zwei Tage in Trivandrum mit Pezi und Georg, aus Tirol waren sehr angenehm. Wir besuchten einen Zoo und auch ein Museum. Der Naturpark Veli hats uns dann echt angetan. Sooo sauber und gruen – ein schoenes Gefuehl in einer Stadt. Nur ich (Bettina)bekam dann leider den Durchfall – mit Antibiotika ging es dann aber relativ schnell vorbei, ohne peinlichen Zwischenfall
Dann gings fuer uns auch schon weiter Noerdlich nach Alleppey um von dort aus ein Hausboot auf den Backwaters zu mieten. Da es ein Traum von uns war, sparten wir dabei nicht und wir buchten ein Boot fuer uns allein fuer einen Tag und eineNacht, inklusive Crew (Kaepten, Koch, Mann fuer alles)
Wie kann man es nur beschreiben, es war einfach nur wunderbar. Wir fuehlten uns wie im Maerchen und wissen nun wie es sich anfuehlt ein Koenig und Koenigin zu sein. Wir wurden von vorne bis hinten bedient und konnten uns allein auf die Gegend konzentrieren. Fast war es uns schon peinlich, sich so verwoehnen zu lassen. Zu Mittag assen wir von frischgepfluegten Banannenblaettern und zum Dinner wurde uns ein 16 Euro teurer Humer serviert. Einfach nur himmlisch. Ueber Nacht legten wir an einem Seitenarm direkt vor einem grossen See, ganz abgelegen an. Daniel und ich liesen uns es natuerlich nicht nehmen und bestaunten den Sonnenaufgang. Direkt ueber einem Reisfeld.
So wohl wir uns fuehlten, so schnell ging auch die Zeit vorbei und bereits am vormittag befanden wir uns, mit unseren Rucksaecken, auf der Suche nach einem Tuk-Tuk-Ferrarie, welche uns nach Cochin chauffieren sollte. Normalerweise reisten wir bisher immer nur mit Bus und Bahn bei weiteren Strecken, aber diesmal fuhren wir mit der Rikscha. Einmal wird man verwoehnt, da kann man nicht mehr genug davon haben
In Cochin machten wir ein Sightseeing der schnelleren Art und wir stellten uns bereits geistig darauf ein, die naechsten 2 Tagen, sprich 40 Stunden im Zug zu verbringen. Kein Mensch, nicht mal die Inder selbst fahren so weite Strecken mit einem Sleeper-Ticket (schlechteste Ausstattung und billigstes Ticket) mit dem Zug. Aber indem wir die letzten Tagen so geprasst haben mussten wir sparen. (Nein, kleiner Scherz – wir wussten im vorhinein nicht, dass wir solange unterwegs sind und haben einfach reserviert)
Wir fuhren also 2 Tage mit dem Zug quer durch das ganze Land. Die Zugfahrten „geniessen“ wir immer. Man sieht so viel vom Land (morgends der erste Blick aus dem Fenster: Ein Feld hinter den Slums, wo du dann 20 Menschen siehst die ihr Geschaeft verrichten. Mmmhh da schmeckt das Fruehstueck dann
)und macht interessante Bekanntschaften. Die 40 Stunden waren teilweise dann aber doch eine physische und psychische Herausforderung. Staendig kommen Bettler in den Zug und wollen Geld, ausserdem wollen hunderte Verkaeufer ihre Ware (Essen, Getraenke, Schmuck uvm.) an den Mann bringen.
Trotzdem kann uns hier in Indien nichts unsere Laune verderben, wir nehmen hier alles mit Humor, anders wuerde man es auch nicht ueberstehen.
Ja, und dann kam der Moment wir stiegen um 4 Uhr in der Frueh aus dem Zug in Mumbai. Wir dachten, nach den 3 Wochen wuerde uns nichts mehr so schnell aus der Fassung bringen, aber Mumbai schafft es immer wieder. Wir fuhren mit dem Taxi durch die Stadt, ueberall lagen die Menschen auf der Strasse, Gehsteigen, Baenken … Der Gestank ist fuerchterlich. Uns graute nur. Natuerlich zockte uns der Taxifahrer volle ab, aber uns war es egal, wir wollten einfach nur mehr schlafen. Das Loch mit zwei Betten war fuer uns fast wie das Paradies.
Frisch und munter und ausgeschlafen, machen wir noch eine kleine Sightseeing-Tour und dann gehts ab zum Flughafen.
Sydney wir kommen!
Bettina & Daniel
